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Laermorien

Königin (Administrator)

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Tuesday, April 6th 2010, 9:46am

Das neue JMStV - Aus für viele Blogs, Foren und Co.?

Ich hab gerade einen ganz tollen Artikel gelesen.. ich bin ganz begeistert *hüstl* (Achtung Satz trieft nur so von Ironie!)
Wenn das so wirklich kommt, betrifft es alle die einen Blog, eine Homepage und besonders ein Forum haben!

Ende März haben sich die Bundesländer was gaaanz tolles überlegt:

Quoted

Der neue Vertrag überträgt das Modell der Alterkennzeichnung, wie es sie für Filme und Computerspiele gibt, auf das Internet.

Diese schönen fetten, roten/gelben/grünen Aufkleber nun auch fürs Internet, ich bin hin und weg :pink10:
Der Hammer kommt aber erst:

Quoted

Die Kennzeichnung durch die Anbieter ist optional und geschieht nach festgelegten Kriterien in die Stufen ab 6, ab 12, ab 16 und ab 18 Jahre, was nicht gekennzeichnet ist, wird automatisch als “Freigegeben ab 18 Jahre” gewertet.

Wenn ein Anbieter sich dafür entscheidet, dass sein Angebot ab 12 Jahre geeignet ist, muss er dafür sorge tragen, dass kein einziger Satz, kein Foto und kein verlinkter Inhalt gegen die Kriterien für eine Einstufung ab 12 Jahre spricht. Die Kriterien sind äusserst schwammig formuliert und für jeden, der kein Experte auf diesem Gebiet ist, kaum umzusetzen. Ein Beispiel für eines der Kriterien ist “Beeinträchtigung der gemeinschaftsfähigen Persönlichkeitsentwicklung”, was so ziemlich alles sein kann, aber auch nichts. Wer die Einstufung nach Meinung der KJM zu niedrig vornimmt, kann Strafen von mehreren Hunderttausend Euro auferlegt bekommen.

Das alles ist schon ein gewaltiges Problem für Blogger und Betreiber klassischer Websites, doch für Angebote mit von Nutzern erzeugten Inhalten wie z.B. Foren oder auch soziale Netzwerke wie schülerVZ ist dies kaum zu leisten, den auch jeder von Nutzern veröffentlichte Inhalt (worunter sogar private Nachrichten in sozialen Netzwerken fallen) muss vom Anbieter danach bewertet werden, ob er zur Einstufung der Seite passt.

Quelle: http://www.vzlog.de/2010/04/jmstv-aus-fur-schulervz/

Ein weiterer Artikel dazu der eine n sehr sehr guten Satz enthält: "die Nutzer bzw. die Online-Community und die Öffentlichkeit müssen in die Entstehung solcher Gesetze mit einbezogen werden! "
http://ak-zensur.de/2010/01/jmstv-anhoerung.html

Was haltet ihr von diesem "tollen" neuen Staatsvertrag?
Was geschieht wenn ich mich mal über etwas ärgern und mich aufregen will?"
"Dann sagst du der Welt, du hättest Gefühlswinde, und sie soll es ignorieren wenn du einen fahren lässt!"


K-chan

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2

Saturday, April 10th 2010, 8:50pm

Also ich habe nun nicht alles gelesen, was in den Artikeln steht, nur das, was du gepostet hast.

Was soll man schon davon halten? Ich habe erstmal große Bedenken, dass man das - wenn es denn überhaupt durchgesetzt würde - irgendwie kontrollieren oder durchsetzen könnte.
Punkt eins ist dabei schonmal was auch schon in dem Zitat steht, dass es keine richtig klare Definition gibt. Das sieht man bei Filmen ja heute immer noch. Wenn ich manchen Film sehe, der ab 12 Jahre ist und dagegen das, was die als ab 16 freigeben, sehe ich kaum noch Unterschiede. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Internet ist und bleibt in erster Linie ein Medium, in dem JEDER nichts anderes tut als seine Meinung kundzutun. Ja, Informationen stellt man auch zur Verfügung, aber in erster Linie gibt man immer seine Meinung zu allem kund. Das wäre, als wenn man auf der Straße ein Schild tragen müsste, au, bevor man etwas sagt auf dem das Alter steht ab dem die anderen das hören würden und könnten. Ergo unmöglich. Problem ist natürlich, dass das Internet nicht wie das menschliche Gehirn einfach irgendwas vergisst. Einmal geschrieben, bleibt es da.

Ich mein, auf Bücher kommt ja auch (noch) keine FSK-Beschränkung.

Ich finde es mittlerweile einfach nur noch bescheuert, wie einem nach und nach die eigene Verantwortung für alles weggenommen wird. Als wären die Menschen nicht mehr in der Lage selbst nachzudenken und Entscheidungen zu treffen.
Dann muss man eben mit seinem Kind durchs Internet surfen und dem sagen, was es sich angucken kann. Ob es sich da immer dran halten wird, ist nicht klar. Aber ebenso kann ein Kind auch mal versehentlich 'nen Horrorfilm in den DVDPlayer schieben oder mal in Stephen King Büchern schnüffeln, wenn sie im Regal stehen.

Womit ich zum eigentlich Problem komme, der dem Unsinn die Krone aufsetzt: Wie kontrolliert man eigentlich, ob wirklich nur die auf die Seite gehen, die das auch sehen dürfen? Weil sonst macht die Sache doch nicht wirklich Sinn, oder? Im Geschäft kommt die Ausweiskontrolle, aber wie macht man das im Netz?

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