Argumente wie "Für mich war es auch nicht schädlich" halte ich auch nicht für sinnvoll. Es ist einfach so, dass jeder ganz unterschiedlich auf die Reize aus den verschiedenen Medien reagiert.
Nicht jeder Spieler von Counter Strike wird ein Amokläufer, aber wenn es der falsche spielt, dann wird das Spiel eben doch zum "Killerspiel".
Wie gesagt, deine Bemühung Kinder und Jugendliche davon abzuhalten in allen Ehren. Ich finde es gut, wenn sich jemand sofür eine Sache engagiert.
Nur ich denke, dass es in dieser Hinsicht einfach ein falscher Weg ist, gerade bei dieser Buchreihe. Wie ich oben ja auch schon erläutert habe sehe ich dort speziell einfach nicht die Gefahr, dass es zu einer Verschiebung des Weltbildes - in der Summe - kommt.
Jetzt kommen wir wieder zurm Thema Erziehungsberechtigte:
So macht es also Sinn, dass dafür gesorgt wird, bestimmte negative Einflüsse von Kindern fernzuhalten. Diese Aufgabe nun alleine den Eltern zu überlassen ist nicht sinnvoll. Die Erziehungsberechtigten sind nicht rund um die Uhr zur Beaufsichtigung ihrer Schützlinge verfügbar, entsprechend sind hier zusätzliche Schutzmaßnahmen notwendig - etwa wenn ein Jugendlicher in einen Laden geht um dort (ohne das Wissen seiner Eltern) einen Inhalt erwerben will, der für ihn schädlich ist.
Wer, wenn nicht die Erziehungsberechtigten haben denn die Pflicht negative Einflüsse von ihren Kindern abzuhalten? Natürlich können sie nicht rund um die Uhr da sein. Aber Herr Gott nochmal, Eltern haben sich mit ihren Kindern auseinanderzusetzen. So wie sie sich daneben zu setzen haben, wenn ihr Kind im Internet surft und den Kindern so eine Medienkompetenz beibringen müssen, so haben sie auch zu schauen, was ihre Kleinen zu als Gute-Nacht-Geschichte lesen.
Das ist meine Ansicht zu dem Thema. Nur heutzutage ist es leider so, das immer mehr Verantwortung - auch von den Eltern selbst - auf andere abgewälzt wird. Ganz ernsthaft: Wenn nicht die Eltern, wer dann hat die Pflicht seinem Kind richtig und falsch beizubringen?
Das ein Jugendschutz grundsätzlich eine gute Institution ist um eine ORIENTIERUNG zu geben, dagegen will ich gar nichts sagen. Es geht mir hier auch gar nicht um Überregulierung. Nur ist es bei Büchern eben nicht so klar strukturiert wie bei anderen Unterhaltungsmedien. Die werden klar in Altersgruppen sortiert. Das gibt es bei Büchern einfach in der Form nicht. Da gibt es nur: Für alle zugänglich oder nur für Menschen ab 18 zugänglich. Ich denke die Angst bei uns - bzw. ich kann nur für mich sprechen - ist einfach, dass es dadurch zu einer Art Zensur kommt. Die Bücher sind dann einfach nicht mehr so frei zugänglich wie sie es ohne Indizierung wären. Und wenn man einmal mit so etwas anfängt, dann kann es eben auch leicht dazu kommen, dass soetwas schneller und schneller gemacht wird. Was ich dir gar nicht unterstellen will. Es ist nur eine genrelle Angst, die ich hege.
Bücher sind in der Hinsicht einfach nicht so leicht zu händeln, da es nicht um sichtbares geht, sondern viel auch mit Vorstellungskraft und Fantasie zusammenhängt. Kann ein Kind von 10 Jahren überhaupt BEGREIFEN was es da liest? Kann es das verstehen und umwandeln, kann es die Begriff im Kopf in Bilder umwandeln?
Bei Bildern ist das immer sehr leicht. Man muss die nur glauben. Was wiederum zu dem führt, was du gesagt hast. Die Kinder kommen ÜBERALL mit "falschen" Bildern in Kontakt. Das kann man aber nicht nur auf die Bücher abwälzen. Das ist glaube ich wirklich der falsche Weg. Bücher setzen eine ganz andere Art von Intellekt aus. Jeder kann ein Buch für sich selbst auslegen und interpretieren, hat andere Vorstellungen und sieht alles ganz anders. Aber sobald Bilder im Spiel sind, wird es schwierig.