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K-chan

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Friday, June 4th 2010, 4:04pm

Cheysuli-Reihe von Jennifer Roberson

Wie man (diversen) anderen Threads entnehmen kann, bin ich ja nun endlich mit den vier Bänden der Cheysuli Reihe durch. Und da dachte ich, ich schreib auch mal kurz was dazu, weil mich die Reihe doch mehr begeistert hat, als ich dachte.
Spoiler werden natürlich brav markiert, nur ein Rundumschlag um alle Bücher ist recht schwierig, da sie einen langen zeitlichen Rahmen beinhalten.
Also das kurz zu Anfang: Die Geschichte spielt in einem Zeitrahmen von mehr als einhundert Jahren. Denke das ist erst mal recht wichtig zu wissen, damit man sich einfach darauf einstellen kann, weil ich davon zu Anfang etwas überrumpelt wurde, wenn kurz zwanzig Jahre ins Land gezogen sind und ein vorher noch kleiner Junge plötzlich erwachsen ist.
Das ist aber auch direkt das besondere an der Geschichte.

So, wie fange ich denn nun am besten an…

Denke einfach mal mit dem Anfang der Geschichte.
Das Mädchen Alix ist gerade dabei zarte Bande mit dem Kronprinzen ihres Landes, Carillon, zu knüpfen, als die beiden von einem Cheysuli unterbrochen und kurzerhand entführt werden. Der Prinz, weil er der Prinz ist und Alix, weil sie dem Cheysuli gefällt.
Die Cheysuli sind nicht gerne gesehen und werden vom König im sogenannten Qu’mahlin gnadenlos ausgerottet und in die Wälder getrieben. Sie gelten als Dämonen und Bestien, da sie sich in Tiere verwandeln können. Und zwar in die Form des Tieres, das sie als sogenannter Lir begleitet.
Im Lager der Cheysuli erfährt Alix dann den Hintergrund für die Jagd auf die Gestaltwandler. Einst dienten die Cheysuli dem König von Homana (Muhjar), doch der treue Gefolgsmann des Königs und die Prinzessin verliebten sich ineinander und darum kam ein Bündnis mit einem der Nachbarländer nicht zustande. Aus Wut darüber begann der Muhjar die Jagd.
Aus der Verbindung des Cheysuli und der Prinzessin entstand ein Kind, niemand anderer als Alix, die das zu Anfang nicht glauben will.
Im Lager der Cheysuli erfährt sie dann auch von der Prophezeiung des Volkes, der sie sich zu dienen verpflichtet haben. Eines Tages käme ein Mann allen Blutes, der vier Reiche und zwei magische Völker in Frieden vereinen würde.
Im Grunde geht es im Folgenden darum, dass sich diese Prophezeiung irgendwann erfüllen kann. Doch dazu muss zunächst der Krieg mit anderen Ländern beigelegt oder auch erst geschlagen werden. Es werden Bündnisse geschlossen und versucht klug zu heiraten, damit es auch ja Kinder mit dem richtigen Blut gibt.
Doch es gibt ein zweites magisches Volk. Die Ilhini. Diese erklären sich zu den Gegnern den Cheysuli und wollen die Prophezeihung mit allen Mitteln verhindern.

Grob umrissen ist das die Geschichte. So betrachtet klingt sie ziemlich trocken, fällt mir gerade auf.
^.^°

Das Besondere ist eigentlich, dass man wie gesagt einen so langen Zeitraum hat, in dem sich die Geschichte abspielt. Man erlebt sozusagen die Anfänge des Versuchs die Prophezeiung zu erfüllen, selbst wenn die Personen wissen, dass sie nur einen Anteil daran haben werden und nicht die Erfüllung selbst miterleben werden, sollte es tatsächlich gelingen sie zu erfüllen.
Wie ich glaube ich schon einmal erwähnt hatte, sollte man sich auch nicht zu sehr auf einen Charakter einschießen, da er spätestens in der nächsten Geschichte (es sind insgesamt acht, aufgeteilt auf die vier Bände) nur noch eine untergeordnete Rolle spielen wird oder vielleicht gar nicht mehr auftaucht. Wie gesagt, einhundert Jahre überleben die wenigsten.
Aber irgendwie schafft es Jennifer Roberson dann doch immer wieder, dass man auch die neuen Charaktere sofort ins Herz schließt und mit ihnen mitfiebert. Gerade wenn sie sich dagegen wehren wollen nur ein Teil einer Prophezeiung zu sein und ihr eigenes Leben leben wollen.
Natürlich wiederholen sich einige Motive dabei öfter. Liebe gegen Pflicht, Pflicht gegen Freiheit und der Versuch das alles irgendwie zu vereinbaren.

Das einzige, was mir irgendwann sauer aufstieß war die Tatsache, dass mir manche Aussagen unlogisch erschienen, gerade wenn es um Verwandtschaftsverhältnisse ging. Über das Thema allein könnte man schon eine ganze Abhandlung zu schreiben. Manchmal passte es einfach nicht zusammen…
Dann – ich weiß nicht ob es nur in der deutschen Übersetzung liegt oder auch im Original so ist – werden manchmal falsche Namen eingesetzt, die sich aber ähneln. Und gerade wenn einem das auffällt, ist man erst mal ziemlich verwirrt. Ob das nun die Person oder deren Tante ist macht schon einen gewaltigen Unterschied…

Insgesamt kann ich aber ein wirklich positives Fazit ziehen und die Reihe ohne Probleme weiterempfehlen. Hab auch gerade den ersten Band verliehen und warte auf Reaktionen. Nur zum Ende hin kam für mich langsam eine klitzekleine Durststrecke, weil die Thematik doch ein wenig ausgelutscht schien. Wieder jemand, der mit seinem Schicksal nicht so glücklich ist, der sich wieder dagegen wehren will und so weiter. Aber das Ende war natürlich anders (mehr als anders, ohne zu viel verraten zu wollen).

Bemerkenswert fand ich an dem Buch, wie viel ich eigentlich aus anderen Büchern irgendwie da drin wiedergefunden habe. Glaube das ist auch einer der Gründe, warum man so leicht einsteigen konnte und die Erklärungen sehr einfach zu verstehen waren. Ging vielleicht auch nur mir so.
Aber ich fand die Lirs sind sehr vergleichbar mit den Daemonen aus der Kompass Reihe von Philip Pullman und erinnern mich in gewisser Weise auch an die Verwandten Wesen aus den Juwelen.
Die Nutzung von Magie fand ich auch der in den Juwelen und der von Trudi Canavan in ihrer Gilde-Reihe sehr ähnlich.
Und die Cheysuli selbst konnte ich mir auch sehr gut vorstellen… Dunklerer Teint, schwarze Haare und gelbe Augen. Und kein Bartwuchs… Also anfangs hatte ich bei den ersten beiden Cheysuli, die man näher kennenlernt (Finn und Duncan) irgendwie immer Lucivar und Daemon im Kopf… Würde mich mal interessieren, ob das noch wem anders so geht, wenn er die Reihe liest… Oder ob das nur wieder meinem Kopf entspringt… ^-^°
Und die Jagd auf ein magisches Volk hatte ich auch noch aus der Dämonenkind-Trilogie im Hinterkopf.

So, Megabeitrag abgeschlossen.
Hab ich irgendwas vergessen zu sagen?

Also ich denke es ist eine sehr lesenswerte Reihe!


Achja: Keine Ahnung wie aktuell das ist, aber Jennifer Roberson schreibt angeblich - wenn ihre aktuelle Reihe fertig ist - noch drei zusätzliche Romane zu den Cheysulis. Der erste ist eine Art Vorgeschichte und erzählt wie es zu der Anfangssituation kommt, der zweite handelt von Finn und Carillon (juchuu! Auch wenn ich gesagt habe, man soll sich nicht so sehr einschießen, aber ich mochte Finn die ganze Zeit am liebsten, irgendwie) und der dritte spielt zwischen dem dritten und vierten Band.

"I may race the wind, but in the end, the waves caught me up in the tide."

2

Friday, June 4th 2010, 8:50pm

Hallo, K-chan!

Herzlichen Dank für diese ausführliche Stellungnahme zu den Romanen und für den Ausblick auf die weiteren Projekte der Autorin. Jetzt ist meine Vorstellung von dem, was mch erwartet, erheblich klarer, und ich hoffe, bald zu den Büchern zu kommen.

Herzliche Grüße
Saetanslove

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